Orientierungslauf und mehr in Offenbach

Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 19 von "Let's GO", am 10. Juni 1997. Da das GO'ische Viertel im Vereinsleben immer noch präsent ist, hat dieser Beitrag nichts von seiner brennenden Aktualität verloren.

Hier handelt es sich um eine redaktionell neu bearbeitete Version des originalen Artikels. Es wurden einige Druck- und Formatierungsfehler bereinigt, und ggf. neue eingefügt ;-). Ebenso handelt es sich bei der Abbildung der GO-Uhr um eine aktuelle Ergänzung für diese Webpräsentation.

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10.06.1997

Das GO'ische Viertel

Von Michael Grosch (Text)
GO-Uhr (19.9KB)

Die GO-Uhr

Offenbach (mg) – Vor fast etwa 15 Jahren ist zum ersten Mal ein Phänomen aufgetaucht, was leider zur Zeit immer mehr und mehr in Vergessenheit gerät. Es handelt sich hierbei um das allseits beliebte GO'ische Viertel (= der wissenschaftlich gemessene Zeitraum, der ab Trainingsbeginn (oder Wettkampftreff) vergehen muß, bis der eigentliche Sportler eintrifft und sich umzieht).

Dieser Artikel soll helfen, ohne Vorkenntnisse die Grundzüge des GO'ischen Viertels zu erlernen, um sie sinnvoll im Vereinsleben einsetzen zu können, damit dieses seltene Phänomen nicht ausstirbt...

(Die folgende Ausführung ist speziell auf das Volleyball-Training zugeschnitten, kann aber mit leichter Modifikation auch bei anderen Sparten verwendet werden.)

Und die Moral von der Geschicht'

  1. Kauf' Dir eine billige Uhr, möglichst in den Vereinsfarben grün/weiß. Male das GO-Emblem mit einem grünen, wasserfesten Stift auf das Glas und stelle die richtige Uhrzeit ein.
  2. Anschließend drehe den großen Zeiger um 90° gegen den Uhrzeigersinn. Bei einer Digitaluhr gehe auf die Minutenanzeige und drücke den Knopf genau 45 Mal!
  3. Bei Fortgeschrittenen empfiehlt es sich, den Schritt 2 insgesamt vier Mal durchzuführen, damit ein deutlicher Effekt sichtbar ist.
  4. Jetzt hast Du das richtige Grundmaterial, um das GO'ische Viertel schnell zu erlernen.
  5. Benutze Deine selbstgebaute GO-Uhr bei allen Terminen, die mit "GO-" anfangen, z.B. GO-Training, GO-Wettkampftreffpunkt, GO-Mitgliederhauptversammlung, GO-Fahrradrallye, GO-Vorstandssitzung, GO-Weihnachtsfeier...
  6. Denke Dir eine gute Ausrede ein, falls negative Schwingungen zu Deinem Verhalten aufkommen sollten (im Normalfall benötigst Du sie nicht, weil sich alle schon daran gewöhnt haben.) Wochentags kommt eine Phrase gut an, die folgend Wörter beinhaltet: "Ich", "mußte", "noch", "arbeiten!"
  7. Genieße Deinen Auftritt, wenn Du plötzlich bei allen im Mittelpunkt stehst. Mache einen geschäftigen Eindruck, der Deinem GO'ischen Viertel eine gewisse Wichtigkeit verleiht. Grinse Leute an, die pünktlich gekommen sind!
  8. (Wenn Du Lust auf ein sportliches Training hast, kannst Du die folgenden 3 Schritte überspringen und bei Punkt 12 weiterlesen.)
  9. Laufe genau zwei Runden in der Halle, um damit eine gewisse Unruhe zu erzeugen. Anschließend halte Dich mit einer Hand an der Sprossenwand fest und mache bequeme Übungen, die so aussehen, als ob Du dich dehnst. (Ein konzentrierter, angestrengter Blick unterstreicht diesen Eindruck.) Jetzt bist Du fein raus – falls Du dich im Spiel verletzten solltest, kannst Du sagen: "Ich hatte mich doch warm gemacht!"
  10. Während Du die bequemen Übungen durchführst, kannst Du prima abchecken, ob noch irgendwelche blöden Übungen durchgeführt werden, oder gleich das lustige Spiel anfängt. Wenn das lustige Spiel anfängt, mach' gleich auf Dich aufmerksam, damit Du eingeteilt wirst!
  11. Sollte im lustigen Spiel plötzlich unvorhersehbar eine blöde Übung auftauchen, mache allen klar, daß Du das total "doof" findest und gar nicht erst gekommen wärest, wenn Du es vorher gewußt hättest. Drohe notfalls damit, den Trainer zu verklagen!
  12. Erst, wenn die anderen Dich bitten, ne' halbe Stunden früher zum Wettkampftreffpunkt zu erscheinen, haben sie Dich richtig akzeptiert. Jetzt kannst Du über andere lästern und Zeitungs- bzw. Webartikel schreiben...)

... pünktlich kommen lohnt sich nicht!

Zuletzt geändert: 07.05.2007