Orientierungslauf und mehr in Offenbach

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10.07.2007

Bergsteigen mit Karte

GO beim Landesranglistenlauf in Heidelberg

Von Birger Holtermann (Text)

Sechs tapfere GOler wagten sich über die hessischen Landesgrenzen zu einem Landesranglistenlauf nach Baden-Württemberg.

Lauter Start

War es in Kirkel schon steil, so bot der Lauf rund um den Heiligenberg bei Heidelberg nochmals eine Steigerung – in jedem Wortsinne. Wohl niemand im Starterfeld kam auch annähernd an die gewohnten Kilometerzeiten heran.

Eine erste Herausforderung war der fliegende Start, bei dem sich die Möchtegern-Läufer am Vorstart einfinden und auf den Aufruf der nächsten freien Zeit ihrer Startklasse warten mußten. Wer zuerst "Hier!" schrie, bekam den Zuschlag für diese Startzeit. Lauteste Stimme oder größte Unverfrorenheit beim Vordrängeln gewinnt, war die Devise auf dieser Etappe.

Der eigentliche Start ging dann relativ reibungslos über die Bühne – am Startposten registrieren, Karte nehmen und loslaufen. Uih – ziemlich viel Brauntöne auf der Karte. Am Parkplatz gab es ein dreidimensionales Bronzemodell des Berges. Der sah dort recht harmlos aus.

Steigen oder Klettern?

Am Start gleich die erste Entscheidung: über die Bergkuppe klettern oder außen herum? Die meisten entschieden sich hier für die sichere Alternative, auf Wegen außen herum, zumal es zunächst einmal bergab ging. Aber schon an der ersten Kreuzung begannen die Steigungen.

Die Bahnlegung war, nun, nennen wir es "herausfordernd." Häufig hatte man die Auswahl, den Posten von oben, der Bergseite, oder von unten, mit etwas Kletterei, anzulaufen. Dies ist ja normalerweise ein sehr erwünschter Effekt, soll doch beim OL hauptsächlich die Orientierungsfähigkeit und die geschickte Routenwahl geprüft werden. Beim Laufen bzw. steigungsbedingten Wandern ließ sich jedoch ein manches Mal der Eindruck nicht abwehren, daß der Posten überraschenderweise "schon da" war, oder sich etwas mehr links, rechts oder oberhalb des vermuteten Standortes befand. Da wird doch niemand die kleinen Senken oder die Baumwurzeln verwechselt haben?

So lief, wanderte, kletterte, kroch ein jeder nach seinen bzw. ihren Fähigkeiten über die Strecke. Selten begegnete man jemandem im Laufschritt, meist hörte man ein lautes Keuchen, bevor Mitbewerber der eigenen oder einer der anderen Startklassen ins Gesichtsfeld kamen.

Geschafft!

Die Postensetzung war offenbar auch das geringste Problem. Im Ziel beschwerte sich jedenfalls niemand über falsche oder unklare Standorte. "Hammerhart", "die Hölle", "der Bahnleger kann sich auf was gefaßt machen!", "Grün? Habe ich auf der Karte gar nicht gesehen – ich bin nur nach dem Braun gelaufen" waren nur einige der Kommentare, die im Ziel an der Getränkeausgabe die Runde machten. Passagen quer zum Hang, auf einer Höhenlinie, waren die Ausnahme. Ständig ging es bergab, bergauf – meistens natürlich bergauf.

Dabei waren die Strecken auf dem Papier gar nicht so lang. Gut 5 km auf der Seniorenstrecke, 6,6 in der Hauptklasse sind durchschnittliche Bahnlängen. Aber schon die 290 bzw. 460 Höhenmeter lt. Postenbeschreibung ließen erwarten, daß es nicht dabei blieb. Umgerechnet auf Leistungskilometer entspricht dies einer flachen Strecke von 8 bzw 11,2 Lkm. Ein Teilnehmer, der (illegalerweise) ein entsprechendes Meßgerät mitgeführt hatte, konnte nachweisen, statt seiner angekündigten 220 Höhenmeter tatsächlich 390 geklettert zu sein. Auf längeren Bahnen dürfte der Faktor entsprechend gewesen sein.

Eiszeit

Der Sommerausflug unseres Vereins endete wie üblich: in einer Eisdiele in Ladenburg. Weil an diesem Tage zufällig der Sommer 2007 stattfand, gab es anschließend noch einen Exkurs zu einem doch ziemlich frischen Badesee.

Resultate

Dabei waren die Ergebnisse unserer Läufer und Läuferinnen diesmal im Schnitt gar nicht so schlecht wie sonst üblich. Im Stenogramm, in Klammern die Startklasse und die Gesamtzahl der Teilnehmer dieser Kategorie:

Offenbar können wir Offenbacher besser orientieren als laufen...

Zuletzt geändert: 10.07.2007