Orientierungslauf und mehr in Offenbach

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02.09.2007

Im Wald und auf der Heide...

DM Mittel und BRL in Dresden

Von Birger Holtermann (Text)

Drei Teilnehmer/innen vertraten die Farben unseres Vereins bei der Deutschen Meisterschaft über die mittlere Distanz in Dresden am ersten Septemberwochenende 2007. Immerhin noch zwei traten auch am folgenden Tag bei einem Bundesranglistenlauf über die lange Strecke an. Die "Erfolge" waren im üblichen Rahmen für unseren Verein.

DM am Samstag

Lisa Vollmer am Start der DM (34.6KB)

Lisa Vollmer am Start bei der DM Mittel.

Schon die Ausschreibung ließ etwas Besonderes erwarten: die Karte sollte "aufgrund des detailreichen Geländes" im Maßstab 1 : 5.000 abgefaßt sein, anstelle der üblichen 1 : 10.000 oder 1 :15.000. Tatsächlich erwies sich die Karte dann als echte Vergrößerung aus einem dieser gewohnten Maßstäbe, d.h. auch die Strichstärken und Signaturen waren entsprechend skaliert.

Das Gelände war als ehemalig militärisch genutztes Gebiet in der Tat äußerst detailreich. Sand-, Heide- und Waldgebiete gingen nahtlos und häufig ineinander über. Allerdings half die Darstellung in der Karte nicht unbedingt, dem Läufer ein klares Bild davon zu vermitteln. Löcher, kleine Senken, Vertiefungen, der Wechsel zwischen offenem Gelände, mit Bäumen und Büschen bestandenen Gebieten und Waldstücke waren akribisch vermerkt, allerdings nach Dafürhalten des Chronisten zu akribisch – die Geländeformen erwiesen sich in der Praxis als nicht ganz konsistent klassifiziert, und bei den Vegetationsformen hätte etwas Generalisierung die Lesbarkeit sehr gefördert. Will heißen, daß die Darstellung der Bodenformen nicht immer die realen Größenverhältnisse im Gelände traf, und die Vegetationsfarben keine große Hilfe darstellten, weil in der Realität kaum ein Unterschied zwischen "offener Fläche zwischen Bäumen", "offene Fläche mit Büschen und Bäumen" oder "gut belaufbarer Baumbestand" zu erkennen war.

Nichtsdestotrotz machten sich unsere Läufer mit mehr oder minder großen Ambitionen auf die mit zahlreichen Bahnkreuzungen versehenen Strecken. Aufgrund des Maßstabes war die Karte recht groß geraten, obwohl in den Klassen unserer Starter nur zwischen 4 und knapp 6 km zurückzulegen waren. Daher mußte man häufig umfalten, um den nächsten Streckenabschnitt überblicken zu können und die Karte während des Laufens in einem handhaltungsfreundlichen Format zu haben. Immerhin war das Gelände nahezu flach und kam damit unseren heimatlichen Trainingsgebieten recht nahe.

Elisabeth Vollmer beendete ihren Lauf in der Rahmenklasse D19A als 33. von 45 gewerteten Läuferinnen. Piotr Dargacz trat ebenfalls in der Rahmenklasse H21A an und hielt –wie eigentlich üblich– die Fahne des Vereins hoch. Er kam immerhin als 11. von 57 gewerteten Läufern ins Ziel nach seiner 5.9 km langen Strecke. Birger Holtermann war als einziger Vertreter in einer Meisterschaftsklasse angemeldet. Aufgrund einer Erkrankung mit Sportverbot wollte er eigentlich auf eine Rahmenklasse ummelden, um eine kurze Strecke entspannt wandern zu können – einzig war keine Startzeit in einer offenen Klasse mehr zu bekommen. So wanderte er gezwungenermaßen einen Teil der Meisterschaftsstrecke ab und sorgte mit einer taktisch eingesetzten "Streckenoptimierung" für ein ungültiges Ergebnis.

Das Abendprogramm bestand aus der (erfolgreichen) Suche nach einem Badesee und einem Bummel durch die nächtliche Altstadt von Dresden, inklusive Feuerwerk und dem Ausklang einer jazzigen Riverboat-Shuffle am Elbufer.

Dresden bei Nacht (43.6KB)

Nächtliches Dresden, rechts die Semperoper.

BRL lange Distanz am Sonntag

Piotr Dargacz am Ziel BRL Dresden (39.8KB)

Piotr Dargacz am Ziel des BRL Langdistanz.

Am folgenden Tag stand noch ein Bundesranglistenlauf über die lange Distanz auf dem Programm. Piotr Dargacz und Birger Holtermann hatten die Übernachtungsoption gewählt und traten auch hier an. Der Lauf fand auf derselben Karte und damit auch im selben Gelände statt wie die Meisterschaft am Vortag; lediglich der Start war an einer neuen Stelle.

Offenbar war es die Gewöhnung an den Kartenmaßstab, jedenfalls kam das Kartenbild schon nicht mehr "so komisch" vor, und die fleckige Struktur der Vegetationsfarben konnte das Auge besser ausblenden. Beide Protagonisten liefen zwar in verschiedenen Klassen, hatten aber dieselbe Bahn mit 10,2 km und moderaten 75 Höhenmetern zu absolvieren.

Piotr Dargacz löste seine Aufgaben erneut souverän und kam als 12. von 35 gewerteten Teilnehmern in das Ziel. Birger Holtermann konnte auch hier nicht ummelden (was sich später als Falschinformation herausstellte), und trat daher notgedrungen in seiner Altersklasse an. Nach den positiven Erfahrungen des Vortages begann er zunächst motiviert, die Posten in der korrekten Reihenfolge zu besuchen, sogar streckenweise in moderatem Trab. Da er aber am Vortage sogar die 4-Kilometer-Strecke schon abgekürzt hatte, erschien es ihm nicht ratsam, am nächsten Tag gleich mit der kompletten Strecke zu übertreiben, und erwanderte ab dem sechsten Posten die weiteren Standorte wiederum in einer wegoptimierten Variante – immerhin diesmal alle.

Der Rückweg in die Heimat wurde dann nach dem obligatorischen Besuch einer Eisdiele angetreten.

Zuletzt geändert: 10.09.2007