Orientierungslauf und mehr in Offenbach

"Et lite stykke Norge" (ein kleines Stückchen Norwegen") ist der Werbespruch der köstlichen Freia-Milchschokolade. Leider haben wir bei dieser Reise auch wieder nur ein kleines Stückchen Norwegen gesehen; da dort Orientierungslauf haber wesentlich weiter verbreitet ist, gibt es noch viele mögliche Reiseziele dort...

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28.08.2009

Et lite stykke Norge

Trainingslager und Wettkampf

Von Birger Holtermann (Text und Fotos)

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Auch 2009 fand wieder das inzwischen schon traditionelle Trainingslager der OLer statt. Ziel war die norwegische Gegend namens "Ringerike", nordwestlich von Oslo. Wie in jedem Jahr waren Sportler und "Touristen" dabei, wenn auch in stark reduzierter Besetzung.

Sommerzeit ist Reisezeit

Aufgrund der diesmal sehr übersichtlichen Teilnehmeranzahl (es fanden sich nur drei Aktive unseres Vereins als Mitreisende: Lisa Vollmer, Piotr Dargacz und Birger Holtermann) gestalteten sich die Vorbereitungen recht einfach. Lisa hatte im Herbst letzten Jahres die Ausschreibung zu einem 2-Tages-Wettkampf Ringerike 2-dagers entdeckt, der vom Ringerike o-lag in Hønefoss im zweijährigen Turnus in wechselnden Laufgebieten angeboten wird. Wie es der Zufall so wollte, hatten wir diesen Verein und einzelne seiner Mitglieder bereits auf der Rückreise von O-Ringen in Schweden 2007 kennengelernt. (Über unsere damaligen Erleb- und Ergebnisse bei einem spontanen Trainingslauf auf einer der Karten dieses Vereins decken wir lieber den Mantel des Schweigens).

Trotzdem machte sich unsere Crew am 25. Juli hoffnungsfroh in Form einer Fahrgemeinschaft auf die Reise. An Übernachtungsmöglichkeit vor Ort war per e-Mail ein Matratzenlager mit Selbstverpflegungsmöglichkeit an einem unbekannten Ort ausgemacht, die Anmeldung zum Wettkampf stand, nur ein Fährticket für die Anreise war nicht mehr zu bekommen.

Klettern auf Fehmarn (24.0KB)

Klettern auf Fehmarn

Also wählten wir einzige Anreisemöglichkeit nach Norwegen, die ohne vorherige Fährreservierung auskommt: die Vogelfluglinie von Fehmarn über Dänemark und Schweden nach Norwegen. Da hierbei durch Fähren kaum Autokilometer gespart werden können, hatten wir das komplette Wochenende für die Anreise eingeplant; touristische Erlebnisse und Übernachtung eingeschlossen.

Die "touristischen Erlebnisse" auf der Hinfahrt erstreckten sich auf zwei Einkaufsstopps für die Gemeinschaftsverpflegung und das mehr oder minder zufällige Finden des "Silo-Climbing" in Burg auf Fehmarn. Hierbei handelt es sich um einige alte Getreidesilos, an denen bis zu 40 m hohe Kletterrouten angelegt waren. Da zwei Drittel unserer Reisedelegation inzwischen auch dem Klettersport frönen, war es nur noch eine Frage der Überredungskunst der dortigen Betreiber, kurz vor Toresschluß noch die "Lizenz zum Klettern" zu erhalten. Erst, nachdem wir versichert hatten, eigene Ausrüstung einzusetzen und uns selbst gegenseitig sichern zu können, verschoben die Betreiber noch ihren Feierabend ("Mensch, Leute, heute haben wir hier schon 200 durchgeschleust – könnt ihr nicht nächstes Mal früher kommen?")

In Göteborg (22.4KB)

Schaufenster-Spiegelung in Göteborg

Immerhin schafften wir es an dem Abend dann noch bis an einen hübschen Strand in Schweden, an dem wir das Nachtlager in Zelten bezogen. Zuvor ging es noch mit der ständig verkehrenden Fähre von Puttgarden in das dänische Rødby, und anschließend über die Öresundbru nach Schweden. Ziemlich geschafft von der Fahrt , den Anstrengungen des sommerlichen Tages und der späten Stunde von fast Mitternacht fiel das Abendprogramm relativ kurz aus, bevor sich alle in den Schlafsäcken verkrochen.

Dafür begann der nächste Morgen mit einem erfrischenden Bad in der ebensolchen Ostsee. Auf der Weiterreise wurde noch ein Besichtigungsstopp in Göteborg eingelegt. Die weiteren Kilometer auf schwedischem Gebiet zogen sich aufgrund der allgegenwärtigen Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Autobahnen und Landstraßen in unerwarteter Weise. Auf norwegischer Seite wurde es nach dem Überqueren der neuen Svinesund-Bru wie erwartet noch schlimmer: Dort sind grundsätzlich 80 km/h einzuhalten. Mautstellen bei Moss und im Zentrum von Oslo waren die einzigen Unterbrechungen (und zusätzliche Kostenfaktoren) der Anreise. Immerhin schafften wir es minutengenau zum Beginn des (katholischen – in Norwegen nicht so häufig zu findenden) Gottesdienstes, den ein Drittel unserer Delegation besuchen wollte.

Ringkoll-Kapellet (22.6KB)

Unsere Unterkunft vor Ort: Ringkoll-Kapellet

Von Oslo aus kündigten wir telefonisch unser Kommen bei unserem "Kontaktmann vor Ort" an, schließlich wußten wir noch nicht genau, wo wir eigentlich übernachten würden. Der Rest der Reise lief dann auch genau nach (Zeit-) Plan ab, und wir trafen unseren Ansprechpartner im Zentrum von Hønefoss. Nach einer kleinen Stärkung an einer Gatekjøkken, Norwegens Antwort auf international tätige Schnellimbißketten mit Tendenz zu "Mikrowelle voraus", wurden wir zu unserer Übernachtungsgelegenheit eskortiert. Diese entpuppte sich als Kapelle (im Sinne von "kleiner Kirche"), die neben Matratzenlager, Küche und sanitären Einrichtungen alles bot, was man für einen mehrtägigen Aufenthalt so brauchte – nur eine Dusche fehlte. Immerhin stellte sich dabei heraus, daß dieser Ort auch das Veranstaltungszentrum für den Wettkampf am folgenden Wochenende sein sollte. Zum Wettkampf mußten wir also die angekündigten 30 Kronen Straßenmaut nicht zu zahlen, dafür aber bei jeder Fahrt, die uns von unserem Quartier wegführte. Zum Glück hatten wir auch zwei Trainingskarten in fußläufiger Entfernung unserer Unterkunft.

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Zuletzt geändert: 25.09.2009