Orientierungslauf und mehr in Offenbach

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15.09.2014

Gewonnen, aber nicht gesiegt

Hessische Meisterschaften Lang-OL in Kassel

Birger J. Holtermann (Red.)

Eine relativ übersichtliche Delegation des GO machte sich in Fahrgemeinschaften auf den Weg nach Kassel, um dort am Wochenende 13./14. September die Fahne des Orientierungslaufes im Rhein-Main-Gebiet hochzuhalten. Aber erstens kommt es anders, als man zweitens denkt...

Lang-OL am Samstag

Am Samstag stand der Wettbewerb im Lang-Orientierungslauf auf dem Plan. Bei dieser Disziplin sind die Distanzen bzw. die Länge der Bahn in Kombination mit den Höhenmetern deutlich länger als beim "klassischen" OL. Auch war die Anzahl der anzulaufenden Posten schon fast am Limit dessen, was die elektronischen Speicherchips zulassen (in der Regel bis zu 30 Posten). So hatten unsere Vertreter in den Klassen Herren ab 19 Jahren (H19), also der Hauptklasse, bei den Damen und auch in der Seniorenkategorien Bahnen zwischen 10,6 km mit 27 Posten und 5,7 km mit 19 Posten zu absolvieren. Dies gelang unseren tapferen Vertretern mit mehr oder minder gutem Erfolg. Im Grunde genommen eher minderem.

Beginnen wir bei dem positiveren Teil. Unsere Damen kamen alle ins Ziel und in die Wertung. Positiv ausgedrückt haben sie für ihr Startgeld die Zeit im Wald am besten ausgenutzt und so den meisten Erlebniswert bezogen. In den Resultatlisten sollte man aber sowohl bei unserer Vertreterin in der Damen-Hauptklasse, Elisabeth Vollmer, als auch bei unserem jüngsten Zuwachs im Team, Irina Gurieva, die Ergebnisliste eher von hinten durchsuchen.

Bei den Herren war das Bild noch weniger positiv, prozentual gesehen. Zwei unserer drei angetretenen Kämpen kamen aus unterschiedlichen Gründen nicht in die Wertung. Immerhin gelang es unserem ebenfalls erst am Wettkampftag in den Club aufgenommenem Wladimir Kotschetkow bei den Herren über 55 Jahre, das Ziel noch mit allen erforderlichen Postenstempelungen zu erreichen. Bei Sven Göbel in der Hauptklasse und Birger Holtermann bei den Herren ab 40 Jahren klappte dies leider nicht mehr. Ersterer wollte auch seine Startgebühren besonders umfassend ausnutzen und überschritt die Zeit des Zielschlusses, während letzterer auf ca. der Hälfte der Strecke bei einem ungeschickten Manöver zuerst die Postenbeschreibung und in der Folge davon den notwendigen Speicherchip für die Postenstempelungen verlor. Beide trafen erst während bzw. nach der Siegerehrung wieder am Wettkampfzentrum ein.

Am Abend wurde, zum wiederholten Male bei einem Wettkampf in dieser Region, die Turnhalle in Nieste für das Massen-Nachtlager aufgesucht. Bei einem unerer ersten Aufenthalte dort vor einigen Jahren war die Halle voll belegt mit Wettkämpfern; bei einer späteren Gelegenheit bekamen wir sie quasi exklusiv für uneren Verein. Diesmal waren auch nicht mehr als etwa ein Dutzend Übernachtungswillige aus dem südhessischen Raum zusammengekommen. Der traditionelle Besuch der dortigen Pizzeria mußte leider ausfallen, da diese wegen einer geschlossenen Gesellschaft nicht für den allgemeinen Publikumsverkehr öffnete. Die Neuentdeckung einer benachbarten gut bürgerlichen Dorfkneipe bescherte dann aber noch die eine oder andere kulinarische Überraschung. Das gemeinsame Abendmahl wurde im Kreise von Aktiven aus drei Vereinen eingenommen und vertiefte die ohnehin guten Beziehungen zwischen den Clubs. Nach der Rückkehr in die Turnhalle fand im räumlich benachbarten Sportlerheim noch eine lautstarke Schlagerparty des örtlichen Fußballvereins statt, der für Unterhaltung in der Halle bis um 2 Uhr nachts sorgte. Glaubhaften Berichten des Veranstalters nach wurde dies aber nicht so arrangiert, um unliebsame Konkurrenz für den Wettkampf am folgenden Tag aus dem Wege zu schaffen.

Sprint-OL am Sonntag

Am folgenden Tag standen die zwei Etappen der Sprint-Meisterschaften statt. Hier war unsere Delegation um eine Teilnehmerin ärmer, weil Elisabeth Vollmer wegen anderer terminlicher Verpflichtungen schon wieder den Weg in die Heimat antreten mußte. Immerhin verbesserte sich unsere Irina Gurieva so stark, daß sie mit einem dritten Platz in der Klasse der Damen ab 40 Jahren das Siegertreppchen erreichte und auch noch zwei weitere Mitbewerberinnen hinter sich ließ!

Der Rest unserer Herrentruppe schlug sich gegenüber dem Vortag mit leicht verbesserten Ergebnissen. Alle Teilnehmer gelangten in die Wertung; auch der vom Veranstalter leihweise überlassene Speicherchip gelangte wieder wohlbehalten zurück. Ansonsten konnte sich nur unser Wladimir Kotschetkow plazierungsmäßig gegenüber dem Vortag um eine Position nach oben verschieben und wurde nicht letzter seiner (Alters-) Klasse. Die übrigen Teilnehmer verteidigten erfolgreich ihre Positionen des Vortags, weshalb wir hier keine Zeiten dokumentieren müssen.

Unverhofft kommt oft...

Am Samstag des Veranstaltungswochenendes fand auch traditionell die Sitzung des Landesfachausschusses zusammen mit allen Vereinsvertretern statt. Bei diesem Treffen werden Termine und verschiedene Belange des Orientierungslaufes für das kommende Jahr besprochen und koordiniert.

Im Zuge dieser Sitzung wurde unserem Verein angetragen, die Hessischen Meisterschaften im Jahr 2015 auszurichten. Da wir dies zuletzt 2010 taten und alle anderen, anwesenden Vereine erst später "dran" waren, fehlten die direkten Gegenargumente gegen dieses Ansinnen. So konnten wir wenigstens auf diesem Feld als Sieger aus dem Rennen gehen. Wir werden in Kürze in einer Vorstandssitzung entscheiden, ob wir uns dieser Aufgabe mit unseren verfügbaren Kräften stellen können.

Der hessische Verband wird auch demnächst noch eine Umfrage unter den Vereinen durchführen, ob anstelle der Sprintmeisterschaften künftig wieder eine Staffelmeisterschaft stattfinden soll. Eventuell wird uns daher die ehrenvolle Aufgabe zuteil, wie schon im Jahr 2003 einen Wettbewerb in dieser Mannschaftsdisziplin anzubieten. Wir schauen dieser Aufgabe und Herausforderung mit Spannung ins Auge...

Zuletzt geändert: 20.09.2014