Orientierungslauf und mehr in Offenbach

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17.11.2016

Durch die Büsche...

Trainings-OL in Australien

Von Birger Holtermann (Text)
Para Wirra South (Vorschau) (74.4KB)

Karte Para Wirra Recreation Park (Anklicken für Vergrößerung)

Bei den letzten beiden OL-Veranstaltungen waren Karte und Gelände doch noch vergleichsweise europäisch. Es geht aber auch landestypisch.

Durch Buschbrand und Buschland

In dem Gelände des Para-Wirra-Naturparks gab es einen Trainings-OL mit einer Bahn von etwa 3,9 km Luftlinienentfernung und 150 Höhenmetern. Die Strecke war, verglichen mit den bisherigen Veranstaltungen in Kuitpo Forest wesentlich anspruchsvoller. Nicht nur lagen die Posten möglichst abseits von Wegen und direkten Weg-Verbindungen, das Gelände war mit niedrigen Büschen, dichter Vegetation in den feuchten Bachtälern und großen Gebieten mit "Grass Trees" eher landestypisch.

Erschwerend kam hinzu, daß es vor einigen Jahren in diesem Gebiet ein größeres Buschfeuer gegeben hat. So ein Ereignis verändert die Vegetation über Jahre hinaus. Wo früher das Tageslicht kaum durch Baumbestände auf den Boden fallen konnte, breiten sich nun neue Bodenvegetation aus. Die Karten können in diesem Umfang gar nicht nachgeführt werden, so daß nun etwas Phantasie bei der Wegwahl gefragt war, insbesondere abseits der Wege.

Das nach dem langen Winter sich nun endlich zum Besseren wendende Wetter, mit höheren Tagestemperaturen, war auch prädestiniert für Schlangen, die aus dem Winterschlaf erwachen. Zum Glück tauchten aber auf der gesamten Strecke keine dieser unangenehmen Zeitgenossen auf. Insbesondere dichtes Gebüsch entlang von Bächen und anderem Gewässer sei der bevorzugte Aufenthaltsort, wurde dem Gast aus dem fernen Europa mit auf den Weg gegeben. Mit entsprechender Vorsicht durchquerte dieser mit Todesverachtung entsprechende Geländeabschnitte mit dem notwendigen Respekt, auch wenn es manchmal etwas schwierig war, Karte, Kompaß, Gelände und den Boden vor sich im Blick zu behalten. Wobei auch gar nicht klar war, wie die Gefahrenquellen überhaupt in natura aussehen. Der wesentlichste Tip war: "Wenn sich der Zweig (am Boden) bewegt, ist es eine Schlange". Die respektgebietende Braunschlange gehört zu den zweitgiftigsten der Welt – die zehn giftigsten Schlangenarten sind übrigens in Australien beheimatet.

Immerhin gelang es dem Gast aus Europa, innerhalb von etwa 90 Minuten (eigene Zeitmessung) die Strecke lebendig zu absolvieren und auch alle Posten zu finden. Ob man bei jedem Orientierungslauf neue Fehler macht oder immer wieder dieselben alten, wurde nach dem Lauf im Kreise der Teilnehmenden ausgiebig diskutiert.

Zuletzt geändert: 17.11.2016