Orientierungslauf und mehr in Offenbach

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02.07.2017

Fortbildung im Saarland

Ausflug zur 3. Saar-OL-Challenge

Von Birger Holtermann (Text)

Diesmal vertrat als einziger Teilnehmer des GO der Autor dieser Zeilen die Farben des Vereins an der Saar. Wie schon im Vorjahr stellte der vielseitige Ausrichtungsmodus die EDV vor größere Herausforderungen. Unser Vereinsvertreter nutzt dies – und das zwischenzeitlich aufgebaute, langjährige Vertrauens- und Freundschaftsverhältnis zu den dortigen Ausrichtern – zu einer Fortbildung über die Nickligkeiten der üblicherweise eingesetzten Wettkampfsoftware.

Mitteldistanz in Kirkel

Zunächst war vom Wettkampfzentrum ausgehend eine kleine Autofahrt zum Start der 1. Etappe in den Wald bei Kirkel notwendig. Dieser Austragungsort war uns schon von früheren Veranstaltungen her bekannt. Aufgrund der langen Zeit seit dem letzten Besuch stellte dies aber keinen Vorteil dar.

Es sind seit dem letzten Mal nicht weniger Höhenmeter, was uns Flachländer immer besonders hart trifft. Zum zweiten war die Karte im Maßstab 1 :  7.500 extrem detailliert, und die Veranstalter machten sich einen Spaß daraus, bestimmte Löcher und Senken in Gebieten mit gefühlt Hunderten davon als Postenstandorte auszuwählen. Da die meisten dieser Senken größer als 5 m im Durchmesser waren, standen die Postenflaggen ganz legal zumeinst auch am Senkenboden; unsichtbar bis zur unmittelbaren Annäherung. Im Großen und Ganzen lief die Orientierung bei unserem Vereinsvertreter zwar wie üblich langsam, aber gründlich, ab. Einzig bei einer sehr kurzen Distanz zwischen zwei Senken verlor unser Protagonist wertvolle Zeit, weil doch an der einen oder anderen Stelle die Vegetation sehr dicht war und von der erwarteten Ideallinie zum Posten ablenkte. Mit immerhin allen gefundenen Posten war der Lauf schon mal als 1. Erfolg zu werten.

Bei der Auswertung am Ziel stellte sich schon die erste Fortbildungsaufgabe für die Wettkampf-Auswertung: Der Startposten war zuletzt an einen anderen Verein verliehen gewesen, und die Organisatoren hatten die SPORTident-Stationen vor dem Ausbringen nicht mehr auf Herz und Nieren geprüft. Da die Startstation auf den Modus "Ziel" programmiert war, fehlten bei allen Teilnehmenden die richtigen Startzeiten. Aber es gab ja eine Lösung: Auslesen der verwendeten Station, und manuelles Eintragen der jeweils registrierten Startzeit. Bei dem übersichtlichen Starterfeld war dies für die Auswerter mehr eine Fleißaufgabe; verzögerte aber die Ergebnisermittlung etwas.

Sprint in Bierbach

Noch am selben Tag ging es über eine Sprintdistanz mit Massenstart im Ort des Wettkampfzentrums. Weil einige Bauern ihre Wiesen nicht gemäht hatten, wurde der Lauf relativ kurzfristig von dem umgebenden Wald in den urbanen Bereich verlegt.

Das Wetter hatte sich leider zum Schlechteren geändert. Zwar waren die Temperaturen durchaus immer noch im sommerlichen Bereich, aber es zog sich zu und schließlich kam auch vom Himmel eine Erfrischung, welche den längsten Teil der Nacht anhielt.

Auch diese zweite Etappe konnte unser Starter prinzipiell erfolgreich, wenn auch nicht mit Spitzenzeit, absolvieren. Generell litt diese Veranstaltung am ersten Ferienwochenende für Hessen und Rheinland-Pfalz an einem Teilnehmerschwund; es war etwa nur die Hälfte es üblichen Startfeldes anwesend. Nichtsdestotrotz wurde abends an der Jahnhütte noch ausgiebig über die erreichten Zwischenergebnisse des ersten Tages, die Routenwahlen und die sonstigen Erlebnisse diskutiert. Bei der Pasta-Party gab es "Nudeln satt", so daß alle frisch gestärkt mit leckererer Kost sich auf den nächsten Tag vorbereiten konnten.

Auch hier hatte der Veranstalter wieder eine Fortbildungsaufgabe für Wettkampfauswerter eingebaut: die Bahndefinitionen der Massenstart-Schlaufenbahnen waren in der Software komplett als Staffelvarianten angelegt; hatten also zu viele Posten. Daher wurden beim Auslesen zunächst alle Teilnehmenden mit Fehlstempeln registriert. Nach manueller Bahnkorrektur auf allen Bahnen wurde auch hier schließlich die korrekte Wertung erhalten.

Und noch ein Fortbildungsproblem: weil eine Teilnehmerin des 1. Laufes sehr verspätet zum Auslesen ihres Speicherchips erschienen ist, immerhin waren Ziel und Auslesen ja einige Kilometer und etwas Autotour voneinander getrennt, waren ihre Daten in den falschen Wettkampf ausgelesen worden. Sie war auch am Ort des Geschehens nicht mehr greifbar. Die Lösung ließ sich dann durch Auslesen der Backup-Daten aus der Auslesestation realisieren. So stand also dann am Abend einer korrekten Ergebnisermittlung für den Jagdstart am folgenden Tag nichts mehr im Wege.

Wegen des nassen Wetters, und als einziger Zelt-Interessent, durfte der Autor dieser Zeilen dann die Nacht in der warmen und trockenen Hütte verbringen. Das eigens mitgebrachte Zelt konnte trocken und gut verpackt im Auto bleiben.

Langdistanz in Kirkel

Siegerehrung 3. Saarland-OL-Challenge H55- (141.2KB)

Siegerehrung H55-: Klaus Pflästerer (AC Weinheim) 2. Platz, Sieger Ralf Döllgast (TV Oberbexbach), Birger Holtermann (GO)

Foto: Jens Schlafke, TV Bierbach

Am nächsten Morgen ging es noch einmal nach Kirkel zurück. Das Gelände war immer noch von vielen Höhenmetern geprägt. Die Karte im Maßstab 1 : 10.000 deckte aber ein größeres Gebiet und auch einen teilweise anderen Ausschnitt des Gebietes ab. So war auch hier wieder Spannung angesagt, auch wenn diesmal weniger Löcher und Senken aufzusuchen waren. Die Belaufbarkeit des Waldes war aber auch nicht besser als am Vortag.

Mit der gebotenen Gründlichkeit arbeitete sich der Autor durch die Strecke. So kam er am Ende mit allen geforderten und gefundenen Posten ins Ziel. Der Lohn war ein 3. Platz und eine entsprechende Urkunde. Immerhin trat die Kategorie der Herren ab 55 Jahre als einzige vollzählig zur Siegerehrung an.

Ein herzlicher Dank an die Ausrichter des TV Bierbach, die wieder eine schöne Veranstaltung und ein Wochenende mit tollen OL-Erlebnissen auf die Beine gestellt haben!

Zuletzt geändert: 09.07.2017