Orientierungslauf und mehr in Offenbach

Die OL-Karte

Die Landkarten für den Orientierungslauf, kurz OL-Karten genannt, werden speziell für diesen Zweck hergestellt. Sie sind in Deutschland nicht im normalen Handel zu finden. Die OL-Vereine fertigen diese Karten selbst, oder lassen sie von Spezialisten aufnehmen.

Besonderheiten der OL-Karten

OL-Kartenausschnitt (6.3KB)

Ausschnitt aus einer OL-Karte. Das Gelände ist flach, es sind keine Höhenlinien eingezeichnet.

Eine solche OL-Karte ist eine extrem detaillierte, topografische Landkarte im Maßstab von 1 : 15.000 oder, für Kinder- und Seniorenkategorien, 1 : 10.000. Höhenlinien zeigen detailliert auch kleinste Geländeformen. Das Wegenetz und Vegetation genauestens nach Belaufbarkeit und Erkennbarkeit klassifiziert. Außerdem enthält sie viele Objekte, die sich als Postenstandorte eignen. Verzeichnet sind neben den Wegen, Baumbeständen und Gewässern auch Löcher, Senken, Gräben, Hochsitze und sogar auffällige Baumwurzeln oder charakteristische Einzelbäume.

Anhand dieser Karte sollen die Läufer und Läuferinnen nun die beste, also die nach persönlicher Einschätzung schnellste Route zwischen zwei Posten auswählen. Dabei ist die kürzeste Verbindung nicht immer die beste   in der Regel kommt man auf Wegen schneller voran als in unwegsamem Gelände oder über steile Berghänge.

Die Informationen auf einer OL-Karte

OL-Kartenlegende (9.7KB)

Zeichenerklärung (Legende) auf einer OL-Karte.

Aufgrund der Vielzahl der Informationen mag eine OL-Karte auf den ersten Blick für einen Laien verwirrend aussehen. Jede Farbe hat aber eine bestimmte Bedeutung, und auch die Symbole sind international genormt, so daß man bei zunehmender Erfahrung mit allen OL-Karten zurechtkommen sollte.

Auf vielen Karten, insbesondere den für Anfängertraining konzipierten, hilft eine Legende (Zeichenerklärung) bei der Kartennutzung. Mit zunehmender Routine kann man darauf jedoch verzichten – das Studium der Erläuterungen hat man in einem richtigen Wettkampf ohnehin keine Zeit.

Farben

Da Orientierungslauf vorwiegend in Waldgebieten stattfindet, wird der für die jeweilige Gegend normale, mit hoher Geschwindigkeit belauf- und durchquerbare (Hoch-) Wald in weißer Farbe eingezeichnet. Gebiete mit behindernder Vegetation sind grün markiert; je dunkler der grüne Farbton, um so langsamer kommt man hier voran. Damit kann ein Orientierer schon aus der Karte abschätzen, welche Laufgeschwindigkeit möglich ist oder ob ein Bereich auf besser belaufbarem Untergrund umgangen werden sollte.

In blauem Farbton ist alles dargestellt, was in weitestem Sinne mit Wasser zu tun hat: Seen, Flüsse, Bäche, Wasserläufe, aber auch kleine und größere Sumpfgebiete, Feuchtgräben, Sumpf- und Sickerstreifen. Bei den Sümpfen wird sogar noch unterschieden, ob diese in der Regel belaufbar sind oder nicht. Auf deutschen Karten werden aber auch die magnetischen Nordlinien zur Ausrichtung der Karte nach der Kompaßnadel meistens in Blau eingezeichnet, weil es in unseren typischen Lauf- und Wettkampfgebieten weniger Gewässerobjekte gibt. In Skandinavien besteht das Laufgelände fast nur aus Sümpfen in allen Variationen, so daß Nordlinien dort in schwarz eingezeichnet sind.

Offenes Gelände und kultiviertes Land, wie Wiesen, Äcker, Streuobstwiesen usw. sind gelb eingezeichnet. Braun sind alle Bodenformen und besonderen topologischen Formen vermerkt, wie Senken, Löcher, Hügel und Kuppen. Schließlich gibt es noch Symbole in schwarzer Farbe für "harte" oder "menschengemachte" Objekte: Wege, Felsen, Steine, Häuser und Hütten und ähnliches.

Symbole

Grundsätzlich unterscheidet man auf einer Karte Flächen-, Linien- und Punktsymbole. Flächensymbole besitzen eine Längen- und Breitenausdehnung. Dazu gehören u.a. Vegetationsbestände, Lichtungen, Seen und Teiche, Sand- und Wiesenflächen.

Linienobjekte besitzen in einer Richtung eine wesentlich größere Ausdehnung. Deren Breite wird nicht maßstabsgerecht dargestellt, sondern ist durch die Strichdicke des Symbols in der Karte festgelegt. Hierzu gehören Straßen, Wege, Flüsse, Bäche.

Punktobjekte schließlich sind so klein, daß sie in der Karte nicht mehr maßstabsgerecht dargestellt werden können. Beispiele hierfür sind kleine Löcher und Senken, Hochsitze und Futterkrippen, besondere Einzelbäume, Wurzelteller, kleine Erdhaufen. Nicht immer ist der Standort des Objektes im Zentrum des Symbols; häufig gilt auch der Schwerpunkt als Standort.

Zuletzt geändert: 26.04.2007