Atemlos durch den Matsch
Wald-Wintertraining im Hainbachtal
Expect the worst…
So geschehen beim Wald-Wintertraining des GO. Die Karte Hainbachtal war regelmäßigen Besuchern unserer Trainings- und Wettkampfangebote bereits bekannt; manche sagen auch: “berüchtigt”. Im Grunde genommen handelt es sich dabei um die einzige Waldkarte rund um Offenbach, auf der es kein regelmäßiges, schachbrettartiges Wegenetz gibt. Daher ist sie eigentlich wunderbar für anspruchsvolle Orientierungsaufgaben geeignet.
Andererseits zeichnet sich das Gelände durch größtenteils dichte Vegetation und zahlreiche Gewässer aus, welche schon unter normalen Umständen versteckte Sümpfe, matschige Stellen und großflächig zu umgehende Bereiche bietet. Das winterliche Wetter der vergangenen Wochen, verbunden mit Schneeschmelze und Tauwetter, ließen erwarten, daß es am Veranstaltungstag noch schlimmer werden könnte als gewöhnlich. Ein entsprechender Vermerk in den letzten Informationen bereitete die Teilnehmenden entsprechend vor.
… be on time…
In einem solchen Gebiet lassen sich interessante Orientierungsaufgaben nicht mit vielen Posten pro Bahn erreichen. So setzte das Bahnkonzept eher auf längere Schläge, welche als Schwerpunkt ständiges Kartenlesen für die Routenwahl bei der Umgehung von Dickichten und Sümpfen forderte. Daher kam selbst die längste Bahn von 7 km Luftlinienlänge mit 15 Posten aus, die in mehreren Schleifen in das Gelände gelegt wurde. Eine mit Software-Unterstützung ermittelte Idealroute auf dieser Bahn ermittelte, daß für eine optimale Laufzeit schon etwa 1,2 km extra zu laufen waren, ohne die kleinen Irrungen und Wirrungen, die dem Orientierungslauf eigen sind. Nicht alle Teilnehmenden entschieden sich wohl für diese Idealvariante laut Kartenbild.
Entsprechend gab es auf den kürzeren Strecken auch “nur” 13 bzw. 11 Posten aufzusuchen.
Der ausrichtende Verein ist berühmt und berüchtigt für kleine Verspätungen im Rahmen des GO’ischen Viertels. Dabei standen alle Anzeichen zu Beginn des Postensetzens darauf, daß die Zeitplanung aufgehen würde. Bis zum ersten zu installierenden Posten, als dem Postensetzer (und Einmann-Organisationsteam der Gesamtveranstaltung) auffiel, daß kein SI-Chip im Gepäck war, der zum Aktivieren der elektronischen Kontrollstationen erforderlich ist. Die Rückkehr zur Veranstaltungsbasis und dem eigentlichen Beginn des Postensetzens verzögerte sich daher um 20 Minuten.
Daß die Starts dann trotzdem noch, mit nur 5 Minuten Vorlauf, zeitgerecht beginnen konnten, läßt zumindest erahnen, daß das ursprüngliche Zeitkonzept funktioniert hätte.
Zu einer weiteren Optimierung des Veranstaltungsgeschehens trugen die Teilnehmenden selbst bei, die die ausgeloste Startliste in eigener Organisation interpretierten. Damit verringerte sich das theoretische Startfenster von 50 auf 20 Minuten. Auch wenn dadurch die konzipierten Zeitabstände von 3 Minuten auf jeder Bahn nicht immer stringent eingehalten wurden, waren alle zufrieden. Es handelte sich ja auch um ein Training und keine Meisterschaft.
… get the best!
Nachdem alle Teilnehmenden, nach- und durcheinander, im Wald auf ihren jeweiligen Strecken verschwunden waren, begann am WKZ die bange Wartezeit, ob die Planungen aufgehen würden. Offenbar war die Software, welche die idealen Laufrouten und Streckenzeiten ermitteln kann, sehr optimistisch gestimmt. Nur ein Team von Anfängern erschien weit vor der zu erwartenden Laufzeit. Sie hatten aber, wie die Auswertung ergab, ihre Laufstrecke selbsttätig optimiert und sich nicht immer an die Vorgaben der Karte gehalten, sondern alle auffindbaren Posten in Wegnähe “gesammelt”.
Nach und nach fanden aber alle wieder ihren Weg aus dem Wald, auch wenn der Zieleinlauf parallel zum Hainbach durch Hochwasser beeinträchtigt war.
Jedoch äußerten sich ausnahmslos alle Teilnehmenden nach der Rückkehr positiv über die Bahnlegung und die Belaufbarkeit des Geländes. Es war offenbar gelungen, für alle Leistungsklassen eine angepaßte Schwierigkeit zu finden, und die bekannten kritischen Geländebereiche auszusparen. Das Organisations"team" freut sich sehr über die zahlreichen positiven Rückmeldungen! Auch Erstteilnehmende absolvierten ihre Strecken im Team und lösten die Orientierungsaufgaben vollständig und korrekt. Spaß hat es auf jeden Fall allen gemacht.
Fehlstempel gehören auch zum Orientierungslauf, und erhöhen den Trainingseffekt. Neben einigen “echten Fehlstempeln”, mangelnder Konzentration oder unvollständigem Kartenlesen im Wettkampf geschuldet, mußten einige ihren Lauf auch wegen nachfolgender Termine vorzeitig beenden. Selbst der Zielschluß von 13:30 Uhr wurde, bis auf eine Ausnahme, souverän eingehalten. Es wurden aber, dem Trainingscharakter der Veranstaltung entsprechend, alle in die Wertung genommen.
Ergebnisse
Die Ergebnisliste und die Zwischenzeiten wurden bereits zeitnah auf der üblichen Ergebnisseite für 2026 hochgeladen; hier die direkten Links:
Vielen Dank allen Teilnehmenden, auch für die durchweg positiven Rückmeldungen! Wir freuen uns auf den Besuch bei einer unserer nächsten Veranstaltungen!
Erstteilnehmende und Interessenten am O-Sport möchten wir ausdrücklich ermutigen, sich an unsere Ansprechpartner für den O-Sport zu wenden. Bei ausreichendem Interesse können wir gerne auch “zwischendurch” einmal kleinere O-Trainings anbieten.
Eiskalt geklaut