Decoration Gymnasion Offenbach e.V. 1983

Orientierungslauf und mehr in Offenbach

Orientierungslauf, Radeln, Wasserski und mehr

Orientierungslauf-Trainingslager in Tschechien vom 12. - 19. Juli 2008

Fast alle Teilnehmer am TL 2008 (41.4KB)
(Fast) alle Teilnehmer am Trainingslager 2008, hier beim Ausflug nach Oybin.
In der Sommerferienzeit sieht der Terminkalender von Orientierungsläufern zumeist sehr traurig aus. Keine Wettkämpfe, kaum Trainingsmöglichkeiten. Um seinen Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, eventuellen Entzugserscheinungen vorzubeugen und die während der Frühjahrsmonate mühsam antrainierte Fitneß zu erhalten, veranstaltete der GO auch in diesem Jahr wieder ein Orientierungslauf-Trainingslager.

Bunte Teilnehmerschar

Ziel war diesmal der kleine Ort Polesí im tschechischen Teil des Lausitzer Gebirges nahe der deutschen und polnischen Grenze. Das Gebiet ist für OLer sehr interessant – abwechslungsreiche Landschaft mit zum Teil (zumindestens für GOler) doch recht extremen Höhenunterschieden, geprägt durch Felsen und Steine. Die Gegend ist zudem orientierungslaufmäßig gut erschlossen: Unsere Unterkunft lag bereits mitten auf einer Orientierungslaufkarte, und auch die umliegenden Waldgebiete bis an die deutsche Grenze (und darüber hinaus) sind kartiert. Insgesamt konnte unser ‘Kontaktmann vor Ort’ fünf verschiedene Karten beschaffen, die alle zu Fuß innerhalb von 0 - 45 Minuten erreichbar waren, so daß wir kein einziges Mal mit dem Auto zum Training fahren mußten.

Das Teilnehmerfeld bestand in diesem Jahr aus fünf Vollzeit-OLern, einer OL-Neueinsteigerin, einem Teilzeit-OL-Touristen und zwei Vollzeittouristinnen, die alle nach und nach aus verschiedenen Orten in verschiedenen Ländern mit den unterschiedlichsten Verkehrsmitteln angereist kamen und in der ‘Pension Sportturia’ Quartier bezogen.

Nasse Postenschirme (33.7KB)
Schon am ersten Tag durchnäßt: unsere Sportgeräte, die Postenschirme.

Vieles in Polesí erinnerte an Borowice, wo im Jahr 2006 das GO-Sommertrainingslager stattgefunden hatte – am Anfang leider auch das Wetter. Hartnäckiger Dauerregen begleitete die OLer, als sie am Morgen des ersten Trainingstages in die umliegenden Wälder ausströmten, um die ersten Trainingsrunden auszustecken. Aber so ein bißchen Regen kann ja einen OLer nicht erschüttern, und wenn man erstmal richtig naß ist, dann stört die Dauerdusche von oben eigentlich auch gar nicht mehr so sehr. Schlimm war eigentlich nur der Moment am Nachmittag, als man sich zur zweiten Trainingsrunde bereit machen und dafür wieder in die nassen und stinkigen (!!) Laufsachen steigen mußte. Etwas unpraktisch war, daß keiner daran gedacht hatte, Schutzhüllen für die Karten mitzubringen (wie lange machen wir schon OL?), so daß sich unser wichtigstes Hilfsmittel bei der Nachmittagslaufrunde leider sehr schnell in einen klatschnassen Papierlappen verwandelte, auf dem die abzulaufende Strecke am Ende nur noch mit Mühe zu erahnen war.

Volles Programm tagsüber

Beim Orientierungslauf (45.8KB)
Betrieb an einem Posten

Glücklicherweise hielten sich die Regenwolken in diesem Jahr nicht ganz so hartnäckig. Schon am nächsten Tag blieben die Läufer wenigstens von oben halbwegs trocken. Auch wenn der OLer an sich ja eigentlich kein schlechtes Wetter kennt, macht das Laufen doch irgendwie deutlich mehr Spaß, wenn man ab und zu mal einen Sonnenstrahl abbekommt.

Kasia Z. bei der Arbeit (25.9KB)
Eine unserer einfrigen Malerinnen: Kasia Z.

Während die OLer durch die Wälder rannten, durch Felsenwände kletterten, sich in Blaubeerwäldern festfraßen oder auf Waldautobahnen Wiener Walzer und Slowfox tanzten, verbrachten die Touristen ihre Tage mit Fahrradausflügen, Wanderungen und mit Malen. So machten sich alle irgendwie eine schöne Zeit, nur unser erster Vorsitzender zog sich leider am dritten Trainingstag im Wald eine unschöne Gelenkverletzung zu und mußte von da an bis zum Abreisetag auf alle größeren Aktivitäten verzichten.

Tanzeinlage (36.7KB)
Ein Tänzchen in Ehren...

Rahmenaktivitäten

In Zittau (31.0KB)
Ausflug nach Zittau

Gegen Abend brachen dann meistens alle noch einmal gemeinsam auf, um die Gegend zu erkunden und irgendwo ein warmes Abendessen aufzutreiben. So besuchten wir noch die nahgelegenen Städte Zittau und Liberec, kletterten den steilen Weg zum Kloster in Oybin hinauf und wanderten durch die Jonsdorfer Felsenstadt. Selbstverständlich wurden auch die umliegenden Badeseen erkundet, wobei wir lernten, daß auch frei zugängliche Badeseen Öffnungszeiten haben können. Bei einem Ausflug zu einem Badesee in Stráž pod Ralskem entschlossen wir uns spontan, die dortige Wasserskianlage auszuprobieren, eine Aktion, die den Teilnehmern so viel Spaß machte, daß man ernsthaft überlegen sollte, diese Sportart in das Programm unseres Vereins aufzunehmen :-)

Beim Wasserski (23.5KB)
Elegant fast wie ein Profi: Manuel Klein beim Wasserski
Fernsehturm/Hotel von Jested (16.8KB)
Fernsehturm mit Hotel: Ještěd bei Nacht.

Nachdem am Mittwoch abend der letzte Nachzügler in Polesí angekommen war, stand am Donnerstag ein trainingsfreier Tag auf dem Programm. Diesen nutzten wir für einen Ausflug in das ca. 120 km entfernte Prag. Dort konnten wir dank unserer pragerfahreren Stadtführerin Kasia (Z.) immerhin die wichtigsten Sehenswürdigkeiten angucken, ein paar nette Fotos machen und uns ansonsten einfach ein bißchen von den Anstrengungen der letzten Tage erholen. Auf dem Rückweg nach Polesí machten wir noch einen Abstecher zum Berg Ještěd, den wir bis dahin immer nur aus der Ferne gesehen hatten. Auf dessen Spitze hatten wir ein hell erleuchtetes, ufoähnliches Objekt erspäht, das unsere Neugier erweckte. Bei näherem Hinsehen entpuppte sich dieses Objekt als spacig aussehende Kombination aus Hotelgebäude und Fernsehturm, die dann ausgiebigst von allen Seiten fotografiert wurde, bis auf einmal dichte Nebelschwaden den gesamten Berg umhüllten und die Gruppe sich dann endgültig auf den Weg nach Hause machte.

Ziel im Dorfteich (38.7KB)
Höhepunkt des letzten Laufes: das Ziel im Löschteich von Polesi

Am Freitag, dem letzten Tag vor der Abreise, lachte noch einmal die Sonne vom Himmel. Nach der letzen Trainingsrunde, die im Feuerlöschteich von Polesí endete, konnten die nun wirklich extrem stinkigen Laufklamotten endgültig in der Reisetasche verschwinden. Abends wurden noch die letzten tschechischen Kronen im Dorfgasthof auf den Kopf gehauen, bevor man sich dann dem letzten großen Höhepunkt der Reise widmete: Einer Vernissage in den Räumen der Pension ‘Sportturia’, bei der die während der Woche entstandenen Werke unserer Künstlerinnen Kasia K. und Kasia Z. gezeigt wurden. Der Abend endete mit der obligatorischen Tanz- und Gesangstunde und dem Vernichten der letzten Alkoholvorräte. Bei der Lautstärke, die bei dieser Art von Abendprogramm entsteht und auch angesichts der Tatsache, daß wir während unseres Aufenthaltes das gesamte Gebäude mit unseren dreckigen und nassen Klamotten zugemüllt hatten, ist es eigentlich sehr erstaunlich, daß während der ganzen Zeit keine Klagen oder Beschwerden von anderen Hausbewohnern kamen und daß unser Gastgeber auch am letzten Tag noch halbwegs freundlich lächeln konnte.

Vernissage der Künstlerinnen (27.8KB)
Vernissage mit obligatorischer Abendgarderobe

Fazit

Alles in allem hatten wir eine schöne Woche in Tschechien, wenngleich der eine oder andere (speziell der eine!) sich die Zeit vielleicht doch ein wenig anders vorgestellt hatte. Allmählich könnten wir ja dann schon mal anfangen, uns ein Ziel für das Trainingslager im nächsten Jahr zu überlegen…